Wiki
Ein Wiki ist ein System von untereinander verknüpften Webseiten, die von den Benutzern selber verfasst und redigiert werden können. Die gigantischen Online-Enzyklopädie Wikipedia ist wohl das bekannteste Wiki.
Wikis eignen sich hervorragend für den Unterricht. Zwar ist die Arbeit anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, weil beim Verfassen die Formatierung noch nicht sichtbar ist und stattdessen einfache Codes verwendet werden. Das Verknüpfen der Informationen ist allerdings sehr hilfreich, um das vernetzte Denken zu trainieren. Ausserdem ist ein Wiki das ideale Tool, um gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten. In der Klasse kann das Thema aufgeteilt werden, die Schülerinnen und Schüler bekommen Aufgaben als Verfasser und Korrektoren von Artikeln. Da die Wiki-Installation auf einem Webserver liegt, können die Schülerinnen und Schüler auch von zu Hause darauf zugreifen. Eine sorgfältige Planung ist natürlich unerlässlich, im Vorfeld ist es von Vorteil, wenn das Urheberrecht thematisiert wird, um Plagiaten vorzubeugen.
Dafür hat man zwei Fliegen auf einen Schlag: Die Klasse vertieft sich in ein Thema mit eigenen Recherchen und lernt dabei ein neues Medium kennen. Warum also nicht einmal ein Thema mit einem Wiki anstatt mit Hefteinträgen dokumentieren?
> Lernfilme zu Wikis (Kapitel 4.3)
Generation Internet
Wer die Digital Natives (neudeutsche Bezeichnung für die Generation, die mit digitalen Medien aufgewachsen ist) verstehen möchte, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Zwei Juristen schildern darin ausführlich, wie die Generation Internet denkt, lebt und arbeitet, welche Chancen und Risiken ihr Umgang mit Neuen Medien mit sich bringt und welche Konsequenzen sich daraus für Schule, Elternhaus und Staat ableiten lassen. Wir sind definitiv gefordert!
Google Wave: E-Mail der Zukunft?
Wer hat es nicht schon erlebt: E-Mails gehen hin und her, wobei die Antworten immer unter die vorhergehenden Reaktionen gesetzt werden. Spätestens nach dem dritten Durchlauf wird die verschachtelte Kommunikation sehr unübersichtlich – für einen Dritten wäre sie kaum nachvollziehbar. Da empfiehlt sich Google Wave, das neue Kommunikationstool des Internet-Giganten: Google Wave ist eine Mischung zwischen Messenger (Echzeitkommunikation) und E-Mail (zeitversetzte, serverbasierte Kommunikation), das stark auf kollaborative Funktionen setzt. Der ganze Dialog zwischen den Kommunikationspartnern ist jederzeit übersichtlich aufgelistet, Dritte können leicht nachträglich hinzugenommen werden und der Austausch von Dateien funktioniert über Drag&Drop.
Im Moment ist Google Wave in der Erprobungsphase, allerdings nur für eingeladene User. Ob sich Google Wave als neues Kommunikationstool durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.
Tagung «Unterrichten mit Neuen Medien»
Die UNM-Tagung 2009 der PHZH stand unter dem Motto «Medienbildung in der Schulpraxis». In einem spannenden und sehr anschaulichen Einstiegsreferat präsentierte der Zukunftforschers Georges T. Roos die Megatrends der Zukunft, die längst begonnen hat.
Anschliessend diskutierten Jacqueline Fehr (Nationalrätin, SP), Thomas Merz (Professor für Medienbildung, PHZH) und Beat W. Zemp (Zentralpräsident Schweizer Lehrerinnen und Lehrer, LCH) unter der Leitung von Matthias Zehnder (Chefredaktor der Coop-Zeitung und Technologiepublizist) über die Medienbildung an Schweizer Schulen. Thomas Merz führte aus, dass Medienbildung weit über das Vermitteln von Fertigkeiten hinaus gehen muss (die bringen sich die Jugendlichen selber bei), sondern viel mehr zu einer übergreifenden Kompetenz, die auch eine Reflexion des eigenen Medienverhaltens einschliesst, hinführen soll. Jacqueline Fehr glaubt, dass das schweizerische Schulsystem nicht genügend für die künftige Mediengesellschaft vorbereitet, im Gegensatz etwa zum schwedischen System, wo das eigenverantwortliche Lernen sehr zentral ist. Beat Zemp gab zu bedenken, dass die Erwartungen an die Schule laufend ausgebaut werden und gleichzeitig von der Politik wenig Unterstützung für die Förderung eines zeitgemässen ICT-Unterrichts zu erwarten ist.


