Duolingo

Seit einiger Zeit teste ich die Sprachlern-App Duolingo in einer Englischklasse (Niv. II). Dieses Video zeigt, wie Duolingo funktioniert und worum es dabei geht:

Quelle: Youtube-Channel von Elizabeth Eades

Nun habe ich Erfahrungen sammeln können und möchte nachfolgend einige Gründe festhalten, weshalb sich die Arbeit mit Duolingo aus meiner Sicht lohnt:

  • die App holt die Lernenden auf ihrem tatsächlichen Niveau hinsichtlich Sprachreflexion und Wortschatz ab.
  • man erhält während der Arbeit unmittelbar eine Rückmeldung, ob ein Wort oder ein Satz auch wirklich richtig ist. Die Lernenden arbeiten mit “learning-by-doing”, so wie Kinder tatsächlich sich auch Sprachen aneignen und lernen.
  • Duolingo basiert auf einem motivierenden Gamification-Ansatz. Lernt man regelmässig, erhält man Lingots, mit denen man neue Sprachmodule freischalten oder seinen Avatar gestlaten kann. Bei Lernstufen-Tests erhält man “Herzen” wie in einem Computer-Spiel und versucht sich so durchs Level zu spielen, ohne alle Leben zu verlieren.
  • die Lernenden arbeiten mit echten und realen Inhalten. Man arbeitet mit Text-Bausteinen, welche einem im Alltag tatsächlich begegnen.
  • die Lehrperson kann mit den Lernenden zusammenarbeiten und individuelle Lernziele oder Lernzeiten definieren. So kann man sich z.B. darauf einigen, wie viele Punkte man bis zu einem gewissen Zeitpunkt holen soll oder welche Fähigkeit man erreichen soll.

Noch als ausbaufähig erachte ich folgende Punkte:

  • der Schwierigkeitsgrad der App geht, gemäss meiner Recherche in Foren und in der Community, nicht über A2 und teilweise B1 hinaus. Das ist doch ein wenig schade. Es wäre sehr toll, wenn Duolingo den Fähigkeitenbaum noch ausbauen würde.
  • mit der Zeit sind die Übungen etwas repetitiv. Hier wäre wünschenswert, dass mehr Vielfalt angeboten wird.
  • in Zukunft erhoffe ich mir von der Künstlichen Intelligenz (KI), dass die Lernenden mittels Spracheingabe echte Gespräche  mit der KI führen können. Das ist vielleicht noch etwas Zukunftsmusik, aber so weit scheint mir das auch nicht mehr weg. Man stelle sich vor, die Lernenden können z.B. die Situation in einem Restaurant tatsächlich nachstellen und bei einer KI eine Pizza bestellen. In diesem “geschützten Rahmen” können die Lernenden Selbstvertrauen aufbauen, sich sicher fühlen und dann im Klassenverbund das Ganze auch anwenden und ausprobieren.

Das meinen Schülerinnen und Schüler zu der Arbeit mit Duolingo:

oder via diesen Link

Andi Brugger

 

2 Gedanken zu „Duolingo

  1. Ein super Beitrag! Ich denke, wir müssten Lernziele, die sich über digitale Plattformen genauso gut erreichen lassen wie im Unterricht vermittelte so weit wie möglich auslagern. So gewinnen wir mehr Zeit für den Dialog, für Kooperation und Reflexion. Mir gefällt die Reflexion der Schüerinnen sehr (dummerweise funktioniert der Player nicht in Safari > in Chrome geht’s problemlos). Bin gespannt, was in Bezug auf KI noch auf uns zukommt!

  2. Lieber Tom. Vielen Dank für deine Rückmeldung.
    – Das mit dem Auslagern sehe ich genau wie du! Ich habe davon gehört, dass es bereits Experimente gibt, mit Augmented Reality Gesprächsanlässe z.B. direkt in einem Restaurant üben zu können. In Zukunft könnte eine KI dann auch so clever sein, dass sie auf meine Gesprächsbrocken eingehen und entsprechend reagieren kann.

    – Danke für dein Hinweis mit dem Player. Habe nun noch einen externen Link eingefügt.

    Herzliche Grüsse, Andi

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